Loch im GFK geflickt

So sah das Loch im Heck anfangs aus.
Am Heck meines Bootes war an einer kleinen Stelle die GFK-Beschichtung aufgerissen. Die Schadstelle behob ich selbst mit etwas Laminat und Polyesterharz.

Bisher habe ich um das Thema „Laminieren“ einen großen Bogen gemacht. Aber eine kleine Schadstelle am Heck verleitete mich nun zu einem Selbstversuch, der – zum Glück – erfolgreich war. Nach einer kurzen Einweisung von einem befreundeten und sehr erfahrenen Bootsbauer besorgte ich mir eine kleine GFK-Matte und zweikomponentiges Polyesterharz aus dem Baumarkt.

Zunächst der Blick auf die Schadstelle: Am Heck war an der Oberkante ein kleiner Riss im Laminat. Ich habe großzügig mit einem Stechbeil alles frei gelegt und mit 80er-Körnung angeschliffen. Unter dem Laminat ist direkt das Holz zu sehen, meine Coronet ist ja ein Holzboot mit GFK-Überzug.

Schadstelle Heck
Den Riss im Laminat legt ich mit einem Stechbeil großzügig frei.

Als nächstes habe ich mit meinem Exzenterschleifer und 80er Schleifscheibe die Kanten rund um das Loch angeschäftet, also zur Mitte hin abflachend geschliffen.

IMG_8945 - Kopie

Heck2
Das Loch habe ich rundherum mit dem Exzenterschleifer zur Mitte hin flacher werdend angeschliffen.

Danach habe ich die Stelle mit etwas G4-Haftvermittler (ein Bekannter hatte noch einen kleinen Rest, das Gemisch ist ja für Privatleute nicht zu bekommen) getränkt. Ob das nötig ist weiß ich nicht, aber Schaden kann es sicher nicht. G4 ist speziell für solche Zwecke anzuwenden und kann „Nass-in-Nass“ mit dem Polyesterharz vermengt werden. Ein Stück Pappe schnitt ich in zwei Größen als Vorlage für die GFK-Matte zurecht.

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Das mit G4 getränkte Loch und zwei (einmal klein, einmal etwas größer) Pappvorlagen für das GFK.

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Mit einer Schere habe ich das Laminat auf die Größe der Pappvorlagen geschnitten. Verwendet habe ich das „faserige“ Laminat. Die genaue Bezeichnung kenne ich leider nicht, es ist aber nicht das Laminat mit der Webstruktur sondern das, bei dem die Fasern kreuz und quer durcheinander laufen.

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Die mit einer Schere zugeschnittenen GFK-Stücke.

Nach dem das erledigt war, habe ich das Harz streng nach Vorschrift mit einer Digitalwaage angerührt. Im Nachhinein hätte ich etwas mehr Härter nehmen sollen, denn das Harz brauchte sehr lange zum Trocknen. Im Baumarkt besorgte ich mir ein paar kleine Pinsel um das Harz aufzubringen.

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Das Polyesterharz rührte ich streng nach Vorschrift mit einer Digitalwaage an.

Von dem nächsten Schritt habe ich leider keine Fotos (ich war je beschäftigt): Ich habe angefangen das Loch mit dem Laminat auszubessern, in dem ich die ausgeschnittene GFK-Matte auf das Loch legte und dann mit dem kleinen Pinsel und dem angerührten Harz benetzte. Dabei war sehr schön zu sehen, wie die Farbe der Matte von weiß zu durchsichtig wechselte. Mit dem Pinsel habe ich immer wieder etwas Harz draufgesetzt, bis wirklich alles durchtränkt und durchsichtig war. Danach ging es mit der zweiten Matte weiter. In das Loch hätten sicher noch mehr Matten reingepasst, da sie beim Tränken mit dem Harz an Volumen verlieren, aber es war ja mein erster Versuch und ich beließ es bei den zwei Matten. Beim Tupfen mit dem Pinsel muss man darauf achten, keine Luft einzuschließen, was mir aber nicht immer gelungen ist. Das nächst Bild zeigt den Zustand nach dem Aufbringen der zweiten Matte.

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Fertig, in das Loch habe ich die zwei Stücke GFK eingeklebt.

Das war meine erste Laminier-Arbeit. Wenn alles gut getrocknet ist werde ich die Stelle sauber schleifen, mit Epoxy verspachteln und lackieren. Das dort mal ein Loch war dürfte niemand mehr erkennen und die Stelle ist hoffentlich auch dicht.

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